Bin ich schon drin?

Das digitale ich entscheidet zunehmend über die berufliche Karriere. 2012 gingen Warnhinweise durch alle Zeitungen. Achtung! Keine Partybilder auf Facebook, sonst klappt es mit der Bewerbung nicht. Soziale Netzwerke wurden in die Schmuddelecke verschoben.
Heute ist das eigene Ich selbstverständlicher Bestandteil eines Bewerbungsverfahren. Zwar integrieren die Bewerber ihre Profile immer noch selten aktiv in die Bewerbung, aber die Personaler scannen selbstverständlich alle Netzwerke. Von Facebook, Twitter, Google+, Xing oder LinkedIn.

Vorschau_flickr.com-photos-drbillydude-

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Wer also das digitale ich nutzen möchte, muss sich bewusst mit Möglichkeiten und Inhalten beschäftigen. Das Portal Stepstone schreibt hierzu auf seiner Website: Verzichten Sie auf politische oder religiöse Statements und überprüfen Sie auch Ihre Gruppenmitgliedschaften auf Inhalte dieser Art. Wer persönliche Vorlieben und Meinungen äußert, macht sich angreifbar oder scheidet im schlimmsten Fall von vorne herein aus.“ Hier wird also zu einem neutralen Profil geraten. Aber ist das der Sinn eigener Aktivitäten? Eher nicht. Richtiger müsste es heißen: Bleiben Sie authentisch, solange Sie unter Ihrem Klarnamen erkennbar sind. Denn Geheimnisse werden meist doch gelüftet. Mit wem sind Sie befreundet? In welchen Gruppen sind Sie aktiv? Erfahrene Personaler können schnell das wirkliche Profil mit der Bewerbermappe vergleichen und kommen zu eigenen Ergebnissen.

Mittlerweile verlangen Firmen bereits aktive Accounts in sozialen Netzwerken. Mitarbeiter fungieren im Web auch als Unternehmensbotschafter, deshalb sind die Netzwerke der Mitarbeiter auch für das Unternehmen interessant. Das Stichwort hierzu ist Personalbranding. Im Web gibt es viele Angebote dazu. Für Menschen mit wenig Zeit hat eine eine Agentur Social Trademark  gegründet, die berät und bedient im Auftrag die SocialMedia-Kanäle der Führungskräfte. Wer es eine Nummer kleiner möchte, kann sich bei den Profiloptimierern Rat für das eigene Profil holen. Im Web gibt es sehr viele kostenfreie Angebote. Vom ichMOOC über Tipps und Tricks in speziellen Netzwerken. Beispielhaft sei hier ein Artikel des Blogs „Förderland“ erwähnt, der unterschiedliche Gesichtspunkte gut erläutert.

Die Trennung zwischen Bewerbungsmappe und Web-Profilen wird in naher Zukunft gänzlich obsolet werden. In unseren Volkshochschulkursen können wir auf diese Entwicklung gut eingehen. Angebote der beruflichen Bildung können hier gut beraten. Auch das ist eine Form der digitalen Grundbildung.


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Ein Gedanke zu “Bin ich schon drin?

  1. Einerseits wünschen sich Firmen socialmedia aktive Mitarbeiter und begutachten die Aktivitäten ihrer (potentiellen) Mitarbeiter nicht nur vor deren Einstellung, sondern kontrollieren auch bei den Festangestellten deren Aktivitäten. Das kann dann soweit führen, dass eine große deutsche Auomobilfirma eine sofortige Kündigung ausspricht, wenn sich Mitarbeiter in den falschen Kreisen bewegen und z.B. ausländerfeindliche Kommentare abgibt. Auch wenn ich das persönlich in diesem speziellen Fall gut finde, ist doch die Frage, inwieweit man dann noch ein firmenunabhängiges Privatleben in den Netzwerken führen kann. (Wie reagiert z.B. eine Firma, wenn sie mitbekommt, dass sich ein Mitarbeiter häufiger auf den Seiten eines Mitbewerbers umsieht?)

    Auf der anderen Seite sind die Zugänge zu den sozialen Netzwerken in vielen Firmen gesperrt, damit die Mitarbeiter ihre wertvolle Arbeitszeit nicht mit Facebook und Co. „vertrödeln“. Eine „berufliche Nutzung“ dieser Medien ist demnach nur in der Freizeit möglich.

    Hier ist sicherlich noch einiges zu tun und ein Umdenken auf beiden Seiten nötig.

    Peter

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