Gemeinsam im „Virtuellen Lernlabor“ der beiden Volkshochschulen im Lande Bremen

Gastbeitrag der VHS Bremen

Kursleitende bereiten sich kollaborativ auf die Zukunft des Lernens vor. Wer sich für digitales Lernen interessiert, kann jederzeit einsteigen.

Neugier und zwei Stunden Zeit pro Woche seien mitzubringen, heißt es in der Einladung zur Lerncommunity „Virtuelles Lernlabor“. Reicht das für die Kursleiterfortbildung von morgen? Ja und nein, meint Matthias Höper. Er leitet den Fachbereich Computer & IT an der Bremer VHS und hat 2016 zusammen mit Nina Oberländer, Leiterin Bildungsmarketing, ein neues Kurskonzept für Kursleitende entwickelt. Im September ging dank Drittmittelfinanzierung die erste Runde mit 25 Teilnehmenden an den Start. Wir wollten wissen, wie das Virtuelle Lernlabor funktioniert, und haben Matthias Höper nach einem Zwischenfazit gefragt.

Warum ein Virtuelles Lernlabor?

Dass sich der Umgang mit digitalem Lernen online gut lernen lässt, liegt nahe. Angesichts knapper Ressourcen beschlossen Nina Oberländer und Matthias Höper im März 2016, aus der Not eine Tugend zu machen und direkt ins kollaborative Lernen einzusteigen. Matthias Höper beschreibt den Ansatz der neuen Weiterbildungsform so: „Für das Virtuelle Lernlabor haben wir den Community-Gedanken aufgegriffen. Es sollte eine computerunterstützte Form des kooperativen Lernens mit kollaborativer Stoffvermittlung geben.“  Das bedeutet: Anders als bei klassischen Fortbildungen lernen die Kursleitenden überwiegend in virtuellen Gruppen. Über einen längeren Zeitraum bringen sie einander ergänzende Erfahrungen aktiv ein, um in der Interaktion miteinander neues Wissen zu erhalten. Punktuell werden die Teilnehmenden, also die Mitglieder der Community, selbst zu Kursleitenden („Teilgebenden“). Für ihren Aufwand für Vorbereitung und Präsentation erhalten Sie dann auch ein Honorar.

Worum geht es konkret? 

„Die Kursleitenden sollen den Umgang mit neuen Methoden zur Erweiterung ihrer Präsenzkurse kennenlernen. Damit wollen wir anregen, über die Erweiterung der eigenen Präsenzkurse nachzudenken. Wer schon konkrete Ideen mitbringt, kann diese in der Community diskutieren oder ausprobieren. Wer bereits digitale Lehrerfahrung hat, kann diese präsentieren. So lernen wir voneinander, zwanglos und auf Augenhöhe“, erläutert Matthias Höper. Das waren mögliche Inhalte:

  • im virtuellen Klassenraum unterrichten
  • eine Lernplattform organisieren
  • soziale Medien als Unterrichtsplattform nutzen
  • Lerngruppen in Diskussionsforen betreuen – Gruppenarbeiten im Wiki durchführen
  • Chat und Mail als Lernmedium in den Unterricht einbeziehen
  • Computer- & Web-based-Trainings verwenden
  • Open Education Ressourcen (OER) finden, verwenden und erstellen
  • Lernvideos selber erstellen
  • Was unterscheidet Online-Lernen vom Präsenzunterricht?
  • online Feedback geben & erhalten
  • digitale Formen der Gruppenarbeit

Wie ist es bisher gelaufen?

Nachdem die Drittmittelfinanzierung bis Februar 2017 gesichert war, legte Matthias Höper gemeinsam mit Horst Schmidt von der VHS Bremerhaven, den virtuellen Klassenraum an. Am 28. September fand das erste Webinar mit 25 Teilnehmenden statt. Diese kamen überwiegend von den VHSn aus den Bereichen EDV, Kultur/ Fotografie und politische Bildung und man verständigte sich über die Themen und den Ablauf. Danach fanden zu festen Terminen im wöchentlichen Wechsel je eine Hauptsession und eine vertiefende Nebensession statt. Es gab reichlich Raum, eigene Ideen zu entwickeln und mit den vorgestellten Werkzeugen umzusetzen. „Die größte Überraschung war für alle Beteiligten der Moment, in dem sie das erste eigene Webinar im virtuellen Klassenraum durchgeführt haben. Das hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht“, berichtet Matthias Höper.

Wie geht es weiter?

In den ersten Monaten haben die Organisatoren die Lerngruppe bewusst klein gehalten, um Erfahrungen sammeln zu können. „Das Virtuelle Lernlabor ist aus unserer Sicht sehr erfolgreich gestartet. Für den weiteren Verlauf werden wir einige Änderungen an der Steuerung und Taktung des Projektes vornehmen. Danach werden wir die Lerngruppe erweitern und vielleicht auch weitere Volkshochschulen einbinden“, kündigt Matthias Höper an.

 

Wer kann teilnehmen?

Das virtuelle Lernlabor ist als kontinuierliche Einrichtung für alle interessierten Kursleitenden der VHSn in Bremen und Bremerhaven und aller anerkannten Weiterbildungseinrichtungen im Land Bremen gedacht. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Voraussetzung für eine Teilnahme ist der sichere Umgang mit Computer und Internet – und die Bereitschaft, sich aktiv in die Community einzubringen.

Wenn Sie mehr über dieses digitale Lern-Projekt erfahren möchten, wenden Sie sich an Matthias Höper von der Bremer Volkshochschule.