Hamburg als smarte Bildungshauptstadt ?

Ausschnitt aus www.achtmagazin.de

Ausschnitt aus www.achtmagazin.de

 In der vorletzten Ausgabe der ACHT, dem Kundenmagazin der Hamburger Volkshochschule, hat Bürgermeister Olaf Scholz seine Ideen einer smarten City erläutert: „Hamburg soll mit neuen technischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ideen grüner, wirtschaftlicher und insgesamt lebenswerter werden. Bürgermeister Olaf Scholz erklärt im Interview, wie sich unser Leben in der smarten Metropole Hamburg verändern wird.“

Auf die Frage, wer von einem Bildungsnetzwerk oder einer Bildungs-Cloud profitieren soll, antwortete der Bürgermeister: „Im Idealfall alle Beteiligten. Die Digitalisierung und intelligente Vernetzung beseitigt Redundanzen, macht vorhandene Inhalte leichter verfügbar und eröffnet vor allem neue Querverbindungen. Bei aller gerechtfertigten institutionellen Unabhängigkeit darf man sich doch fragen, warum die Angebote aus dem einen Segment nicht Lernenden aus einem anderen Segment zur Verfügung stehen sollen. Warum soll ein Schüler künftig nicht auf seinem selbst mitgebrachten Tablet im Klassenzimmer auch auf freigegebene Lehrinhalte der VHS in einer Bildungs-Cloud zugreifen können?“

Hamburg geht hier einen eigenen Weg. Mit der Gründung der Hamburger Open Online University (HOOU), ein Zusammenschluss aller staatl. Hochschulen in Hamburg, wird Bildung auch über Hochschule hinaus verfügbar werden. Neben der dafür benötigten technischen Infrastruktur ist die Lizensierung von Lerncontent dabei bedeutend. Die HOOU will alle Lerninhalte als Open-Educational-Resources (OER) veröffentlichen. Offene Bildungsmaterialen sind für eine Bildungscloud einer Smart City oder einem Smart Country Voraussetzung. Dabei sollen alle staatl. Bildungseinrichtungen ein gemeinsames Netzwerk betreiben. Wie die Verbindung zwischen Schule, Hochschule, VHS und Berufsschulen hergestellt werden kann, darüber liegt noch kein Konzept vor. Bildungsnetze kommunal zu organisieren, scheint auf den ersten Blick logisch, ist Bildung doch Ländersache. Digitale Bildungsressourcen, wenn sie im Web eingebettet sind, werden allerdings automatisch über die Landesgrenze hinaus nutzbar.

Volkshochschulen sind kommunal gefördert. Wie kann dann in einer Smart City oder einem Smart Country Bildungscontent über die Kommune hinaus in sog. Bildungsräumen angeboten werden? Kreisvolkshochschulen sind ein erster Schritt in diese Richtung. Vielleicht kann ein Landrat überzeugt werden, wenn dies im Rahmen einer regionalen Initiative geschieht.

Eine interessante Frage, die auf dem VHS-Tag vielleicht von Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung, im Panel kommunale Bildungsräume beantwortet wird.  Die Metropolregion Hamburg als Bildungsraum?


p.s. Das Thema offene Bildungsmaterialien werden wir an anderer Stelle behandeln.


Weitere Links:

Hamburg Open Online University

Magazin Acht der Hamburger Volkshochschule

Infos zu OER auf wb-web.de

 

2 Gedanken zu “Hamburg als smarte Bildungshauptstadt ?

  1. Das klingt ja alles sehr interessant, was der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz zum Thema smarte Bildungshauptstaat sagt. Aber hat er da auch wirklich die Volkshochschule im Blick? Meines Wissens hat er sie zumindest was eine ordentliche kommunale Finanzierung anbelangt nicht unbedingt auf dem Schirm. Oder irre ich mich da? Also wieder werden wohl nur die Universitäten profitieren und die Volkshochschule schauen in die Röhre. Aber immerhin vernetzten sich die Volkshochschulen seit Jahren erst über einen kleinen Kreis und inzwischen in einem immer größer werdenden Netzwerk deutschlandweit untereinander. Hier wurde bereits Erstaunliches geleistet. Allen Kolleginnen und Kollegen, die hier Beiträge dazu geleistet haben, einen herzlichen Dank. Ich bin froh, dass auch die vhs Karlsruhe von Anfang an mit dabei war. Bleiben wir am Ball und überzeugen andere. Der Schneeball ist nicht mehr aufzuhalten.!

    • Ja, ich bin auch etwas ernüchtert. Was sich im ersten Moment als großer Aufschlag zeigte, ist mittlerweile ziemlich im Dickicht der Hochschulen gestrandet. Meine erste Hoffnung war eine Hamburger Kooperation in Sachen MOOCs. Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung könnten gemeinsam interessante MOOCs anbieten, das wäre für die Hamburger jeden Alters eine neue Form der „Barrierefreiheit“.
      Jetzt definieren die Hochschulen ihr Angebot als wissenschaftliche Weiterbildung für Erwachsene. Sie wollen damit alle Erwachsene ansprechen, also auch das klassische VHS-Publikum mit höheren Ansprüchen. Bisher gab es hier eher ein Angebot der ZEIT-Akademie. Für Kooperationen außerhalb der Wissenschaft. sehe ich kein offenes Fenster.
      Kommunale Bildung verbleibt damit in ihren institutionellen Schützengräben.
      Aber wir wollen mal sehen, was da überhaupt bei rauskommt, vielleicht bis ich hier auch zu skeptisch.

      Und kommunale Bildung in Länderverantwortung behindert sich für digitale Lernsettings natürlich weiterhin. Eine Online-Hochschule regional zu denken ist ein Widerspruch in sich. Wir Volkshochschulen haben die besondere Chance Erwachsenenbildung überregional zu entwickeln. Das sollten wir nutzen. Und vielleicht kommen die Hochschulen, die online Bildung anbieten möchten, auch auf die Idee, dass örtlichen Präsenzen eine wichtige Stütze für unterschiedlichste Formate sein können.

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